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PM zu den Beschluessen des Bundesrats i.S. Stipendienprogramm und BaFöG

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 Bundesrat beschließt deutlichen Ausbau der sozialen Selektion

 

Der studentische Dachverband kritisiert Fehlentscheidungen des  

Bundesrates massiv

 

Berlin (fzs). Der Bundesrat hat am 09. Juli 2010 dem Nationalen  

Stipendienprogramm-Gesetz zugestimmt und das 23. BAföG-Änderungsgesetz  

dem Vermittlungsausschuss übergeben.

 

„Der Bundesrat hat am 09. Juli einen großen Fehler gemacht“,  

kritisiert Florian Kaiser, Vorstandsmitglied im freien zusammenschluss  

von studentInnenschaften, und ergänzt: „Anstatt mehr Menschen,  

unabhängig von ihrem sozialen und ökonomischen Status, den Zugang zur  

Bildung zu öffnen, wird eine kleine Elite auf Kosten der breiten Masse  

gefördert.“ Im Kommuniqué von London 2008 hat die Bundesrepublik  

Deutschland einem Abbau der sozio-okönomischen Barrieren zugestimmt.  

Mit der Entscheidung, das Stipendienprogramm umzusetzen und die 23.  

BAföG-Novellierung in den Vermittlungsausschuss zu übergeben wird ein  

klarer Widerspruch zum Kommuniqué deutlich.

 

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Bund die Kosten für das  

Stipendienprogramm alleine tragen will“, erklärt Juliane Knörr,  

ebenfalls Vorstandsmitglied im studentischen Dachverband. „Anstatt  

sich für die Breitenförderung und damit dem Wohle aller StudentInnen  

einzusetzen, wird die schwarz-gelbe Politik der Elitenförderung weiter  

ausgebaut.“ Mit der Einführung des Stipendienprogramms wird die Tür zu  

einem Systemwechsel der Studienfinanzierung geöffnet, obwohl die BRD  

über eines der erfolgreichsten Studienfinanzierungsinstrumente verfügt.

 

„Für uns als StudentInnen ist der 09. Juli ein schwarzer Freitag. Frau  

Schavan muss für den Ausbau der sozialen Selektion die Verantwortung  

übernehmen und zurücktreten“, fordert Kaiser. „Es bleibt die Hoffnung,  

dass der Vermittlungsausschuss sich auf eine BAföG-Novellierung  

einigen kann und die dringend nötigen Minimalverbesserungen umgesetzt  

werden können.“ Der studentische Dachverband ruft alle Studierenden  

auf, sich zu solidarisieren und Bund und Ländern deutlich zu machen,  

dass ihre Politik der sozialen Ungerechtigkeit und einseitigen  

Förderung auf massiven Widerstand stößt.

-- 

Kontakt:

Wöhlertstr. 19, 10115 Berlin

Tel. , Fax. +49 30 27874096

Mail: info@fzs.de

 

Kontakt zum Vorstand:

 

Anja Graf-Gadow, anja.graf-gadow@fzs.de, Tel.: 0178 2324494

Florian Kaiser, florian.kaiser@fzs.de, Tel.: 0157 72532231

Juliane Knoerr, juliane.knoerr@fzs.de, Tel.: 0178 3317763

Thomas Warnau, thomas.warnau@fzs.de, Tel.: 0157 72532230