Neuer Vorsitzender Prof. Dr. Thomas Bedorf schließt Studierende aus – Studierendenvertretung fordert Konsequenzen
Hagen, 6. Mai 2026.
Die konstituierende Sitzung des Senats der FernUniversität in Hagen endet mit einem beispiellosen Vorgang: Der neu gewählte Senatsvorsitzende Prof. Dr. Thomas Bedorf hat unmittelbar nach Amtsantritt per Geschäftsordnungsantrag verhindert, dass Studierende in Senatskommissionen entsandt werden können. Damit wurde die studentische Statusgruppe faktisch aus zentralen Entscheidungsstrukturen ausgeschlossen. Aus Sicht der Studierendenvertretung handelt es sich um einen demokratischen Tiefpunkt und einen eklatanten Machtmissbrauch.
Prof. Dr. Bedorf begründete sein Vorgehen mit einer angeblich fehlenden Quotierung bei den studentischen Vorschlägen. Tatsächlich wurden von studentischer Seite konkrete Alternativen angeboten, um die Kommissionen zumindest teilweise zu besetzen und die Arbeitsfähigkeit des Senats sicherzustellen. Diese Vorschläge wurden vom Senatsvorsitzenden ignoriert. Die Folge: Studierende werden in mehreren Senatskommissionen zunächst überhaupt nicht vertreten sein. Damit ist ihnen nicht nur die Mitarbeit an entscheidenden inhaltlichen Fragen verwehrt – sie verlieren auch die Möglichkeit, in den Kommissionen Verantwortung zu übernehmen oder für Vorsitzpositionen zu kandidieren. „Dass eine gesamte Statusgruppe im Handstreich aus der universitären Mitbestimmung gedrängt wird, ist ein politischer Skandal und demokratisch nicht hinnehmbar“, erklärt die Studierendenvertretung.
Senat bremst studentische Mitbestimmung aus
Aus Protest verließen Tobias Gietmann, Vorsitzender des Studierendenparlaments, und Pascal Hesse, Vertreter des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA), nach der Abstimmung die Sitzung. Die studentischen Senatsmitglieder blieben im Gremium, konnten jedoch gegen die Mehrheit keine wirksame Gegenposition durchsetzen. Besonders brisant: Im Vorfeld gab es keinerlei klare Kommunikation, dass eine Quotierung in dieser Form zwingend verlangt werde. Zudem wurden in der vergangenen Senatsperiode mehrfach Kommissionen mit Vorschlägen besetzt, die ebenfalls nicht vollständig quotiert waren – ohne dass dies jemals zu einem solchen Ausschluss geführt hätte. Dies betraf alle Statusgruppen, nicht nur jene der Studierenden. Die Studierendenvertretung spricht daher von einem durchsichtigen Vorwand, um studentische Mitbestimmung auszubremsen oder gezielt zu verhindern.
„Prof. Dr. Bedorf hat in seiner ersten Amtshandlung gezeigt, dass er entweder die demokratischen Grundlagen universitärer Selbstverwaltung nicht verstanden hat – oder sie bewusst missachtet“, betont der AStA. Die Studierendenvertretung stellt klar: Eine Konstituierung von Senatskommissionen ohne studentische Beteiligung ist politisch und demokratisch illegitim. Die Kommissionen dürfen nicht arbeitsfähig gemacht werden, solange Studierende ausgeschlossen bleiben. Zudem wirft das Vorgehen eine grundsätzliche Frage auf: Wenn Gleichstellung und Quotierung als Argument missbraucht werden, müsse der Senat sich gleichzeitig erklären, warum erneut ein Mann zum Vorsitzenden gewählt wurde, obwohl ausreichend überaus qualifizierte Frauen im Senat vertreten sind.
70.000 Studierende finanzieren die FernUniversität
Die Studierendenvertretung fordert, dass Senatskommissionen ohne studentische Beteiligung nicht konstituiert werden, bis eine Nachwahl erfolgt ist. Ebenso wird eine klare öffentliche Stellungnahme und Entschuldigung des Senatsvorsitzenden Prof. Dr. Bedorf erwartet. Erfolgt diese nicht, erwartet die Studierendenvertretung seinen Rücktritt vom Amt des Senatsvorsitzenden. „Die 70.000 Studierenden sind die größte Gruppe unter den angehörenden der Universität. Ohne sie hätten weder Herr Prof. Bedorf, noch die übrigen Professorinnen und Professoren, wissenschaftlichen und nicht-akademischen Beschäftigten einen Job. Wer die Studierenden aus der akademischen Selbstverwaltung ausschließt, stellt sich gegen die demokratische Grundordnung.“
Ansprechpartner: AStA der FernUniversität in Hagen
